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29.01.2012 12:19 Alter: 2 yrs
Kategorie: Seereisenberichte

Verbandsaktiventreffen 2002

Wo sind die Aktiven diesmal hin...


Auch dieses Jahr hatte ein Verbands-ASV zum traditionellen Verbandsaktiventreffen eingeladen. Wie uns schon im Vorjahr mitgeteilt worden war, hatte sich der Berliner ASV hierfür angeboten. Nach einiger Vorlaufzeit und Planungsarbeit konnten sich dann am frühen Donnerstag morgen des 3. Oktober die ASVer Boerries Bruder, Florian Schrimpf, Felix Hartmann, Jens von Schickfus, Julian Köhle, Marc Reinstein, Michael Meyer und Matthias Wagner mit Unterstützung des AH-Bierkommandos Stefan "Atze" Geisse II, Bernhard Mehnert, Harry Speck und Alex Huber per Automobil auf den Weg nach Berlin machen. 

Über die einzelnen Erlebnisse in den Fahrzeugen gen Berlin kann nur spekuliert werden... Beachtung finden sollte allerdings die Tatsache, dass die Augustiner Bierfässer, die als Präsent für die Antrittskneipe der Berliner gedacht waren, im Auto bei Boerries, Jens, Felix und Marc mitfuhren, in unangetastetem Zustand ausgeladen werden konnten! 

Bei den ersten Schritten in Berlin während eines kurzen Tankstellen-Stopps wurden unsere Vorurteile gegen Berlin bestens bestätigt, als wir feststellen konnten, dass der "Gsind'l-Faktor" deutlich höher war, als bei uns daheim... Doch zum Glück fanden wir recht schnell das Haus des Berliner ASV in seiner angenehmen Umgebung und schönen Lage direkt an der Havel in Spandau und wurden freundlich empfangen. Viele kannten sich noch vom Vorjahr, als das VAT bei uns in München statt gefunden hatte. Insgesamt fanden sich neun Kieler, sieben Hannoveraner, drei Aachener und eine Vertretung aus Stuttgart in Berlin zusammen. Nachdem der Großteil von uns Münchenern in der Bibliothek des Berliner ASV mit Schlafplätzen versorgt war, konnten wir uns auch schon wieder auf den Weg Richtung Reichstag machen, denn dort war um 18 Uhr eine Exklusiv-Führung angesetzt, organisiert von unserem Bb Markus Keller. Somit mussten wir uns von den Büchern der Bibliothek trennen und fuhren mit Bus und Bahn zum Reichstag. Wir konnten auch gleich feststellen, dass Berlin wirklich die große Baustelle ist, als die es immer bezeichnet wird, denn am Leerter Bahnhof, der derzeit umgebaut wird, durften wir uns einen Weg zwischen Zementsäcken und Baugruben Richtung Kanzleramt und Reichstag suchen. 

Am Reichstag angekommen, stellten wir erst einmal entsetzt fest, dass die Menschenschlange am Eingang länger war als angenommen. Aber wir ASVer als elitäre Gruppierung haben natürlich stets gewisse Privilegien und durften deshalb sofort am zweiten Eingang durch die Schleuse treten nachdem wir das Codewort "ASV" ausgesprochen hatten. Somit hatten wir uns mindestens 2 Stunden Wartezeit gespart! Im Plenarsaal erfuhren wir von einer Führerin so einiges über die Geschichte des Reichstags und seiner bedeutungsvollen modernen Architektur. Das Highlight waren aber sicherlich die Stühle der beiden PDS-Abgeordneten, die sich ganz hinten links, quasi am Ausgang, befinden. Nach dem Plenarsaal war die Glaskuppel für die ASVer freigegeben und wir quälten uns die Rampe hinauf, bis zur Spitze. Von dort aus hatten wir einen tollen Blick über ganz Berlin und auch bis zum restaurierten Brandenburger Tor, dessen Enthüllung durch Willi Bogner kurz bevorstand. Wir machten also unsere Gruppenfotos und freuten uns daran, dass Bayern selbst dem Ur-Berliner Gebäude seinen Stempel aufgedrückt hatte: denn auf dem Dach des Reichstags befindet sich ein kleines Käfer's Cafe... 

Es war etwa gegen 20 Uhr, als wir den Reichstag verließen und endlich unsere Grundbedürfnisse befriedigen konnten: vom Dach des Reichstags hatten wir nämlich schon zeitig einen Warsteiner-Stand ausgemacht und unser Weg führte uns schnurstracks dort hin. Die Alten Herren zeigten sich ihrer Berufung folgend sehr spendabel und wir uns sehr dankbar. Nach ein paar Plastikbechern voll des Bieres, teilte sich die ASVer Gruppe. Einige der Berliner, Hannoveraner, Kieler und Aachener beschlossen zum Abendessen aufs Haus zu fahren, während der Rest, vornehmlich Münchener, sich noch die feierliche Enthüllung des Brandenburger Tors ansehen wollte, denn auch hier hatte Bayern mit Willi Bogner als "Enthüller" wieder seine Finger im Spiel. Es wurden einige Reden gehalten, unter anderem sprach neben Münchens OB Ude auch Bill Clinton und natürlich "Wowi"... Wir hielten trotzdem bis zum Schluß durch und beschlossen dann schleunigst aufs Haus zu fahren, denn nicht nur Florian und Bernhard waren schon dort sondern auch die anderen Verbandsgeschwister hatten sich bereits über das üppige Abendbuffet hergemacht. Zum Glück hatte der "Ökonom" (Pächter) der Berliner noch genug Essen in petto und wir konnten schließlich um 24 Uhr damit beginnen, unsere Schlafstätten herzurichten. Viele waren sehr erschöpft und blieben vernünftiger Weise auf dem Haus, um sich dort bis um 4 Uhr noch bei Musik und Gesang fest zu trinken. 

Zu unserem und vor allem Atze's Glück, war die nächste Aktion erst gegen Freitag Mittag geplant und wir konnten unser Frühstück entspannt um 10 Uhr einnehmen. Auch hier war an nichts gespart worden und alle waren mehr oder weniger wieder mit vollem Magen versorgt. Das stachelte auch unseren Unternehmergeist an und wir setzten uns um 12 Uhr in Bewegung Richtung Spree. Dort wartete bereits der Spree-Dampfer Philippa mit großer Küche auf uns. Kaum waren alle an Bord und mit Gerstensaft versorgt, da legten wir auch schon ab. Es ging auf einem Kanal und durch mehrere Schleusen Richtung Spree. Um uns vor Langeweile zu schützen, war ein köstliches Buffet unter Deck aufgebaut worden, über das wir uns auch alsbald hermachten. So mancher ASVer war aber die erste Zeit noch mit sich selber beschäftigt, wie man auf dem Bild auch sieht. 

 

Auf der Spree schippernd, kamen wir an vielen Gebäuden vorbei, die wir schon am Vortag gesehen hatten, wie etwa Reichstag, Kanzleramt und die Versuchsabteilung der Schiffsbauer-Fakultät, die in einem wunderschönen grellen Schweinchen-Rosa gestrichen ist. Da wir allerdings tags zuvor diese Gebäude abgegangen waren, war es nun um so angenehmer, an ihnen vorbei zugleiten. 

 

Die Spaziergänger am Ufer haben sich sicherlich sehr über unseren Gesang gefreut. Zumindest hat sich keiner beschwert. Doch dieses ganze Singen und Reden machte unsere Hälse zu schnell trocken, so dass jeder noch einige Getränke bestellen musste. 

 

Am meisten konsumierte der herzensgute Max, Vorstand der Aktiven des ASV Berlin. Doch nicht ohne Grund, denn er musste die meisten Reden während des VAT halten. Seine Zuhörer waren aber stets ganz Ohr: zum einen weil es sehr unterhaltsam war, was er erzählte, zum anderen weil man sich manchmal anstrengen musste, ihn zu später Stunde noch zu verstehen. 

 

Als wir dann nach einigen Stunden schönster Fahrt wieder anlegten und unsere Zeche beglichen, beschlossen wir noch ein wenig durch Berlin zu wandern. Man verlief sich in kleinen Grüppchen aber spätestens zum Abendessen auf dem Haus der Berliner waren alle wieder versammelt. 

Die Mahlzeiten waren im großen und ganzen immer die Momente, in denen alle zusammen kamen. Ein Moment das zwei angenehme Dinge vereinte: das Essen und das Unterhalten mit den Verbandsgeschwistern. Hier entwickelten sich die üblichen Diskussionen um die Unterschiede der verschiedenen ASVs. Insbesondere der Münchener ASV war begehrter Diskussionsgegenstand. Es kam aber nie zu hitzigen Dialogen, denn man fand nichts wirklich kritikfähiges am ASViM. Eventuell lag es auch an unserem durch Diskussions-Burschenräte geschultem Vermittlungs- und Durchsetzungsgeschick. 

Spätestens beim Verkosten des Inhalts unserer drei mitgebrachten Augustiner Bierfässer war man sich dann einig: die Münchener sind keinesfalls bittere Zeitgenossen, was wohl unter anderem an ihrem süffigen Bier liegen muss. Bitter war allerdings dann ein anderes Bier-Erlebnis für uns, denn was wir befürchtet hatten, das trat ein: auch dieses Jahr war das unangenehme Lüttje Lage mit von der Partie und drängte sich uns Münchenern auf. Da half kein Jammern und Flehen, jemand musste sich opfern und dem Nordmann-Gemisch aus dunklem Bier und Korn seine Ehrerbietung erweisen. 

Trotz dieses bierseligen Abends kamen am nächsten Morgen alle zusammen um nach einem wunderbaren Frühstück eine Samstags-Fuhre auf den Schiffen Prosit und Luv anzutreten. 

 

Wir Münchener waren restlos vom kardanisch aufgehängten Tisch im Prosit Salon begeistert: so etwas bräuchten wir auf unserem Wiking III ! Denn die abgestellten Biergläser fielen einfach nicht um, trotz diverser Wenden und Halsen, die auf dem teils engen und flachen Revier der Berliner gefahren werden mussten, um ein Aufbrummen zu vermeiden. Die Crew auf der Luv hingegen scherte sich recht wenig um die Seetiefe und brummte gekonnt in Ufernähe auf. Der Vorstand der Berliner machte sich daraufhin mit dem Prosit-Beiboot auf, um die Festsitzenden frei zu pullen, was ihm schnell gelang. 

 

Ebenfalls gelang es den Berlinern, uns für ihr Flaggschiff zu begeistern, denn Kojen und eine Toilette können wir auf unserem Wiking III aus Platzgründen nicht bieten. Dafür müssen die Berliner aber mit ihrem Schiff stets bequem direkt am Damm anlegen, während wir Münchener das große Glück haben, immer zum Wiking III hinaus rudern zu dürfen... 

Abends traf man sich dann zur großen Semesterantrittskneipe der Berliner, in deren Verlauf wir unser Gastgeschenk, ein Original-Oktoberfest Lebkuchenherz, überreichen konnten und während des Vorsitzes von Bb Matthias Wagner die Bb Schrimpf auf den Biernamen "Boje" und Bb Huber auf "Brumm" getauft wurden. Die anderen ASVs, außer dem Berliner ASV, kennen die Veranstaltung "Kneipe" allerdings nicht, hatten aber diverse Einlagen vom Gesang selbstkomponierter Lieder bis zum Gitarrensolo zu bieten. Im anschließenden Bierdorf konnten alle noch einmal ihre besten Sangeskünste unter Beweis stellen und lernen, was es mit einem Münchener Bierstreit auf sich hat. Der Zungenbrecher, den unser Boerries leicht umformulierte, erheitere uns außerordentlich, kann aber aus Rücksicht auf die Verbandsgeschwister hier nicht wiederholt werden. 

Der nächste Morgen war schneller da als erwartet, überraschte er doch so manchen BbBb, der sich noch am Bier labte. Trotz der vorausgegangenen Rede von Bb Wagner über Frauen im ASV wurden wir aber nicht nachträglich verprügelt oder hinaus geworfen, sondern nach dem üblichen Frühstück freundlich Richtung Süden verabschiedet. 

Der Aufenthalt in Berlin, der für viele von uns der Erste war, gestaltete sich so bunt wie die Haare der Bewohner des Alexander-Platzes und äußerst unterhaltsam! Gerne denken wir an diese Tage zurück und freuen uns schon auf das nächste Verbandsaktiventreffen, bei der wir Münchener hoffentlich wieder die stärkste Fraktion stellen!